In this course, we will read Paul´s letter to the Galatians and discuss the most important primary and secondary sources that shed light on the letter.
The course takes place in tandem with Prof. Eve-Marie Becker's lectures on Galatians, and the course provides a venue to discuss some of the ideas presented there. Participants are however not required to attend Prof. Becker's lecture.
Was zeichnet wahre Freundschaft aus? Und worin zeigt sich echte Liebe? Wo hört das Eine auf, wo fängt das Andere an? Gibt es zwischen beiden Beziehungen eine klare Trennung? Oder ist es gerade kein Zufall, wenn Freundinnen und Freunde zu Liebenden werden? Nehmen Liebe und Freundschaft unabhängig von bestimmten Zeiten und Orten immer ähnliche Formen an? Oder werden sie in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gelebt? Gibt es Werte, die für jede Liebes- und Freundschaftsbeziehung unerlässlich sind? Und wie kann man eine Freundin oder einen Freund von einer Person unterscheiden, die keine Freundschaft, sondern nur den eigenen Vorteil sucht und dafür zu Schmeicheleien und anderen Täuschungsmanövern greift?
Diese und weitere Fragen sollen in der Übung diskutiert werden, die allen Studierenden offensteht, die nach einer Klärung in diesen Fragen suchen und sich für Antworten aus dem frühen Christentum und seiner Umwelt interessieren. Als Grundlage bietet sich dafür die Lektüre philosophischer Texte zu Liebe und Freundschaft an (z.B. Aristoteles, Epikur und Cicero). Besonders einschlägig ist zudem Plutarchs Schrift Wie sich ein Schmeichler von einem Freund unterscheiden lässt (Quomodo adulator ab amico internoscatur). Es lassen sich aber auch literarische Umsetzungen des Themas heranziehen wie der Dialog Toxaris des Satirikers Lukian.
Zentrale neutestamentliche Fragen sollen in einen Dialog mit den griechisch-römischen Konzepten treten, um vor diesen Hintergründen besser verstanden zu werden. Was macht z.B. den Philipperbrief des Paulus zu einem „Freundschaftsbrief“? Wird in den Paulus-Briefen insgesamt deutlich, dass Paulus Liebe und Freundschaft mit seinen Gemeinden verbindet? Und was meint Paulus mit dem heiligen Kuss, zu dem er die Gemeinden häufig am Ende seiner Briefe auffordert? Geht die Jüngerschaft mit der Liebe und der Freundschaft zu Jesus einher? Handelt es sich bei der Beziehung zwischen Jesus und seinem „Lieblingsjünger“ nach dem Johannesevangelium um Freundschaft oder um Liebe – oder um beides? Inwiefern lassen sich Liebe und Freundschaft auch als Kategorien frühchristlicher Ethik verstehen? Und was unterscheidet die neutestamentlichen Perspektiven von paganen Modellen?
- Lehrende/r: Christoph Hammann