Geschichtsschreiber des Mittelalters, wie Widukind von Corvey, Levold von Northof, Heinrich von Herford oder Jakob von Soest. Die ältere Forschung hat aus der Herkunft der Autoren vielfach eine westfälische Identität abgeleitet. Doch was ist ‚westfälisch‘ an der Geschichtsschreibung der genannten Verfasser? Die Suche nach Spuren des ‚Westfälischen‘, oder vielmehr: die Suche nach den Konstruktionen westfälischer oder anderer Identitäten bildet in dieser Übung das übergeordnete Thema bei der Lektüre lateinischer Texte. Das Ziel der Veranstaltung ist es, die Arbeit mit lateinischen Quellentexten aus der Mittelalter genannten Epoche anzuleiten und zu üben. Im Rahmen der Übung werden wir vor allem intensiv das Übersetzen mittellateinischer Texte trainieren. Außerdem werden, angepasst an den Leistungsstand der Lerngruppe und anhand der originalsprachlichen Quellentexte, Grundlagen der Grammatik wiederholt und sprachliche Besonderheiten der Texte erklärt. Daneben sollen Verfahren der Texterschließung vorgestellt sowie die Praxis des Übersetzungsvergleichs und der Übersetzungskritik eingeübt werden. Anforderungen Unentschuldigtes Fehlen in der ersten Sitzung führt zum Verlust der Teilnahmeberechtigung. Voraussetzung für die Teilnahme an der Veranstaltung sind basale Lateinkenntnisse. Studierenden ohne jegliche Lateinkenntnisse seien die Sprachkurse zum Erwerb des Latinums empfohlen. Ausdrücklich ermuntert zur Teilnahme an der Übung seien hingegen diejenigen, die bereits Grundkenntnisse im Übersetzen lateinischer Texte erworben haben und sie nun ‚auffrischen‘ oder erweitern wollen. Für den erfolgreichen Abschluss der Übung Quellenlektüre/Lektüreübung werden die regelmäßige aktive Teilnahme, mündliche und schriftliche Übersetzungsleistungen sowie die bereitwillige Erledigung kleinerer Aufgaben (wie z. B. Kurzreferate über die in der Veranstaltung behandelten Autoren und Texte) erwartet.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No