Die Theorie reflexiver Modernisierung postuliert einen fundamentalen gesellschaftlichen Umbruch, der sich in der Formel der »Modernisierung der Moderne« zusammenfassen lässt. Kennzeichnend für den Übergang in eine »Zweite Moderne« ist vor allem, dass die Gesellschaft – vormals geprägt von Fortschrittsoptimismus und Rationalisierung – nun anfängt, sich und die von ihr hervorgerufenen (unintendierten) Nebenfolgen sowie die sich daraus ergebenen Risiken, wahrzunehmen und kritisch zu hinterfragen. Umweltkatastrophen, entfesselte (KI-) Technologien und soziale Fragmentierungen stellen in diesem Sinne nicht einfach externe Probleme dar, sondern sind selbsterzeugte Konsequenzen modernisierungsgetriebener Strukturen. Im Lektürekurs wollen wir diese Strukturen und deren Konsequenzen näher beleuchten, indem wir verschiedene Texte der Hauptvertreter der Theorie reflexiver Modernisierung – Ulrich Beck, Anthony Giddens und Scott Lash – lesen und diskutieren. Neben der Prüfung der Aktualität der Theorie soll es auch um dessen Einordnung in einen größeren, gesellschaftstheoretischen Kontext gehen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein