John Rawls ist mit seiner Theorie der Gerechtigkeit einer der bedeutendsten politischen Theoretiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist auch für die politiktheoretischen Debatten des 21. Jahrhunderts nach wie vor in hohem Maße relevant. Ein sehr großer Teil der politiktheoretischen Debatten ist ohne Kenntnis von Rawls Theorie nicht zu verstehen, weil Positionen und Argumente explizit oder implizit auf Rawls Bezug nehmen und sich in Relation zu ihm – ob in Zustimmung oder Abgrenzung – verorten. John Rawls Buch „Justice as fairness. A restatement“ (dt. Gerechtigkeit als Fairness. Ein Neuentwurf), an dem er bis kurz vor seinem Tod im Jahre 2002 gearbeitet hat, geht zurück auf Vorlesungen, die er seit den 1980er Jahren in Harvard gehalten hat. In diesen Vorlesungen hat er seine grundlegende „Theorie der Gerechtigkeit“ aus dem Jahre 1971 im Lichte der Kritik und auf der Basis seiner späteren Aufsätze und seines Buches „Politischer Liberalismus“ (1993) beständig überarbeitet. Weil das Buch auf Vorlesungen zurückgeht, stellt „Gerechtigkeit als Fairness“ einen vergleichsweise einfachen Zugang zur letzten Fassung seiner Gerechtigkeitstheorie dar.Im Zentrum des Lektürekurses wird die gemeinsame Lektüre der deutschen Übersetzung des Buches stehen.Rawls, John, 2003: Gerechtigkeit als Fairneß. Ein Neuentwurf. Frankfurt am Main: Suhrkamp (ULB-online).Literatur zur Vorbereitung:Kersting, Wolfgang, 2015: John Rawls zur Einführung, 4. Aufl. Hamburg: Junius.Richardson, Henry S., o.J.: John Rawls, in: Internet Encyclopedia of Philosophy, URL = <https://www.iep.utm.edu/rawls/>.Wenar, Leif, 2025: John Rawls, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Fall 2025 Edition), Edward N. Zalta & Uri Nodelman (eds.), URL = <https://plato.stanford.edu/archives/fall2025/entries/rawls/>.
- Lehrende/r: Ulrich Willems