"Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Alternative für Deutschland (AfD) im Mai 2025 als „erwiesen extremistische Bestrebung“ ein. Die Partei lehnt diese Einstufung ab. Was bedeutet es konkret, rechtsextremistisch zu sein? Wie lässt sich dieser Begriff im soziologischen Rahmen theoretisch fassen, historisch einordnen und empirisch untersuchen? In diesem Seminar gehen wir der Frage nach, wie Rechtsextremismus in Gesellschaften entsteht und wirkt. Dabei wird die AfD eine große Rolle spielen, aber auch internationale, rechtsextremistische Trends werden berücksichtigt. Darüber hinaus analysieren wir, welche sozialen, politischen und kulturellen Bedingungen den Aufstieg des Rechtsextremismus begünstigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Gefühlen und Affekten: Welche Emotionen – etwa Angst, Empörung, Stolz, Nostalgie – werden mobilisiert und kultiviert? Wie werden sie in Rhetorik, Symbolik, Gemeinschaftsbildung und politischen Praktiken inszeniert? Im Seminar arbeiten wir mit theoretischen Texten, empirischen Studien und Fallbeispielen, um Rechtsextremismus und seine affektiven Dimensionen soziologisch zu erfassen."
- Lehrende/r: Tassilo Rinecker