Das Seminar widmet sich der Frage, wie religiöse Praxis im Alltag sozialer Lebenswelten gestaltet wird und welche Bedeutung ihr im Kontext gemeindlicher und sozialarbeiterischer Praxis zukommt. Ausgehend von sozialwissenschaftlichen und praktisch-theologischen Perspektiven werden zentrale Konzepte wie Lebenswelt, Alltagspraxis, religiöse Sozialisation, Alltagstheologie und religiös-soziale Praxis diskutiert. Im Seminar wird erarbeitet, wie religiöse Überzeugungen, Rituale und Gemeinschaftsformen in unterschiedlichen sozialen Kontexten – etwa Familie, Nachbarschaft, Bildungsinstitutionen oder sozialen Einrichtungen – wirksam werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Religion als Ressource und als möglichem Spannungsfeld innerhalb sozialer Arbeit. Anhand ausgewählter Fallbeispiele und empirischer Studien wird reflektiert, wie religiöse Orientierungen Handlungsmuster, Konflikte und Unterstützungsprozesse prägen können. Zugleich wird reflektiert, welche professionellen Kompetenzen erforderlich sind, um religiöse Dimensionen von Lebenswelten sensibel wahrzunehmen und in sozialarbeiterischen Kontexten angemessen zu berücksichtigen.

Ziel des Seminars ist es, ein vertieftes Verständnis für religiös geprägte Alltagspraktiken zu entwickeln und deren Bedeutung für professionelle Handlungskontexte der sozialen Arbeit kritisch zu reflektieren. Studierende erwerben dabei analytische und reflexive Kompetenzen, um religiöse Vielfalt in sozialen Lebenswelten zu verstehen und in ihrer späteren beruflichen Praxis professionell damit umzugehen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No