Von ‚Vaterlandsliebe‘ und ‚Patriotismus‘ war viel die Rede im 18. Jahrhundert. Die Themen bewegten freilich noch keine Massen, aber sie bewegten die bürgerliche Gesellschaft und ihre Öffentlichkeit, die beide in dieser Zeit überhaupt erst Kontur annahmen. Und die Debatten und Vorstellungen entwickelten sich vielschichtig, hin und her gerissen zwischen Vernunft und Leidenschaft, zwischen Philosophie, Geschichte und Religion, zwischen Fürstenherrschaft und Reichsidee, zwischen Fremdenhaß und Weltbürgertum, zwischen politischen Traktaten, historischen Dramen und enthusiastischen Gedichten, angefeuert maßgeblich durch den Siebenjährigen Krieg. Den Begriff des ‚Nationalismus‘ kannte das 18. Jahrhundert noch nicht, aber unausweichlich wird in der Forschung immer wieder nach den Wurzeln des Nationalismus, ja nach den ‚dunklen Seiten‘ der Aufklärung gefragt. Im Seminar schauen wir uns die Texte einfach selbst an. Und man wird ihnen am nächsten kommen, wenn man sich ihrer sozialen, kulturellen und politischen Kontexte bewußt bleibt. Schreiber und Leser der bürgerlichen Welt arbeiteten an ihrem Weltbild.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein