Die Übung befasst sich mit dem Ende des Römischen Reiches sowie den Migrationsbewegungen und Reichsgründungen verschiedener „barbarischer“ Gruppen, die ab dem späten 4. Jahrhundert verstärkt in die römische Welt eindrangen. Im Verlauf der Übung wird auf der Grundlage verschiedener spätantiker und frühmittelalterlicher Quellengattungen (Historiographie, Hagiographie, origines gentium etc.) diskutiert, wie die Umbruchsprozesse, die sich zwischen ca. dem 4. und 7. Jahrhundert im Mittelmeerraum vollzogen, zu bewerten sind: als „Völkerwanderung“, wie die ältere Forschung vermutete, als „Untergang des Römischen Reiches“ oder eher als eine „Transformation der römischen Welt“. Ebenso wird diskutiert, ob in den frühmittelalterlichen Reichsgründungen etwa der Franken oder Angeln und Sachsen Vorläufer der modernen Staaten zu sehen sind, ob also von der „Geburt Europas“ im Frühmittelalter gesprochen werden kann.
- Lehrende/r: Christian Scholl