Wie kann politisches Lernen in heterogenen Lerngruppen gelingen, ohne die Lernenden zu separieren oder zu überfordern? Das Seminar widmet sich dem Konzept der Binnendifferenzierung im Politikunterricht und setzt dabei den Ansatz des „Lernens am gemeinsamen Gegenstand“ (nach Feuser, 1995) ins Zentrum. Im Spannungsfeld zwischen Inklusion, Kompetenzorientierung und Digitalisierung reflektieren wir aktuelle didaktische Konzepte und erproben praxisnahe Strategien zur Gestaltung von Lernsettings, die Vielfalt als Ressource begreifen. Das Seminar verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Erprobungen. Nach einer Einführung in zentrale didaktische Modelle (z. B. konstruktivistische Didaktik, adaptiver Unterricht, kooperative Lernformen) erarbeiten die Studierenden in Gruppen exemplarische Unterrichtssequenzen zu politischen Themenfeldern (z. B. Gerechtigkeit, Partizipation, Nachhaltigkeit), die sich an reale schulische Anforderungen orientieren. Lernziele: Die Studierenden kennen aktuelle Theorien und Konzepte der Binnendifferenzierung und Inklusion, können das Konzept des Lernens am gemeinsamen Gegenstand auf politische Bildungsprozesse übertragen, entwickeln eigenständig adaptive Lernarrangements für heterogene Lerngruppen, reflektieren Chancen und Grenzen digitaler Unterstützungssysteme im differenzierten Unterricht. Seminarauftrag für die Studierenden: Im Laufe des Semesters entwickeln Sie zu zweit eine politische Lernaufgabe, die das Prinzip des Lernens am gemeinsamen Gegenstand in einem realistischen Unterrichtsszenario umsetzt. Ihre Aufgabe umfasst: Auswahl eines politischen Gegenstands (z. B. Klimapolitik, soziale Gerechtigkeit, Medien und Meinung, Wahlen). Analyse der Lerngruppe: Erstellen Sie ein differenziertes Lernprofil (fiktiv, aber realitätsnah), das Heterogenität in mindestens drei Dimensionen berücksichtigt (z. B. Leistungsniveau, sprachliche Kompetenzen, Interessen, Unterstützungsbedarf). Entwurf einer Lernumgebung: Konzipieren Sie mindestens drei unterschiedliche Lernzugänge oder Lernwege, die dennoch auf denselben politischen Gegenstand zielen. Beschreiben Sie Aufgabenformate, Materialien und Sozialformen. Begründen Sie Ihre didaktischen Entscheidungen theoriegestützt. Praktische Erprobung: Führen Sie einen Ausschnitt Ihrer Lernaufgabe (ca. 15–20 Minuten) im Seminar mit Kommiliton:innen durch. Reflexion: Dokumentieren Sie im Anschluss Ihre Beobachtungen und leiten Sie Schlussfolgerungen für die Unterrichtspraxis ab. Hinweis: Der Auftrag erfordert kreative, soziale und reflexive Arbeit im Team. KI-Tools können Sie für Recherche und Textformulierung unterstützend nutzen, ersetzen aber nicht die konzeptionelle, interaktive und erfahrungsbezogene Komponente der Aufgabe.
- Lehrende/r: Stephan Nonhoff