Seit der Zäsur von 1989 sind Grenzen und Grenzräume in Europa verstärkt in den Fokus einer zunehmend transnational und transregional arbeitenden Geschichtswissenschaft gerückt. Zugleich stellen sie ein zentrales Thema der an Räumen kleiner und mittlerer Größe orientierten Landes- und Regionalgeschichte als Vermittlerin zwischen Makro- und Mikrohistorie dar. Grenzen markieren mehr oder weniger scharfe Übergänge zwischen unterschiedlichen politischen, konfessionellen, sprachlichen oder identitätsstiftenden Räumen. Andererseits können Grenzräume aber auch als Austausch- und Begegnungsräume fungieren. Das Praxisseminar möchte mit dem Westmünsterland die Region an der deutsch-niederländischen Grenze, vor allem den ehemaligen Kreis Ahaus (heute zum Kreis Borken gehörig), in den Blick nehmen. Dem Konzept des forschenden Lernens folgend, sollen Teilnehmende eigenständig mit Quellen aus den Archiven vor Ort (Stadtarchive Ahaus, Stadtlohn, Vreden, Gemeindearchiv Südlohn, Kreisarchiv Borken) und in Münster (Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen) arbeiten. Teil des Seminars ist eine verpflichtende Tagesexkursion ins Westmünsterland am 10. Juli 2026. Die Ergebnisse des Seminars werden für die Öffentlichkeit aufbereitet und in einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Dafür sollen innovative und ansprechende Formate wie eine Posterausstellung, ein History Slam oder eine Podiumsdiskussion gewählt werden. Diese Abschlusspräsentation ist für den 16. September 2026 in Ahaus geplant, auch hier ist die Teilnahme obligatorisch. Mitveranstalter des Seminars sind Linda Busch (Stadtarchiv Ahaus), Leonie Rosing (Stadtarchiv Stadtlohn, Gemeindearchiv Südlohn) und Dr. Volker Tschuschke (Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V.).

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No