Mit der Frage nach der Deutung, dem Bestehen und dem Umgang mit Leid sind Erfahrungen verbunden, die alle Schüler:innen betreffen und herausfordern. Gleichzeitig geht es in der geistesgeschichtlich hoch bedeutsamen Theodizeefrage auch darum, Gottesbilder zu überdenken, weiterzuentwickeln und angesichts des Leidens zu einer rational tragfähigen und leidsensiblen Gottesrede zu gelangen.
In diesem Seminar schauen wir aus systematisch-theologischer, ökumenischer und didaktischer Sicht auf das Thema Gott und Leid. Dabei werden wir uns mit den dahinterliegenden systematisch-theologischen und philosophischen Begründungsmodellen beschäftigen. Welche „Antwortmodelle“ bietet die Theologie hinsichtlich der Frage nach Gott angesichts des Leids? Wie deuten sie Leiderfahrungen?
Die Erkenntnisse werden auf ihre Chancen und Grenzen für den Religionsunterricht hin befragt. Entlang des Elementarisierungs-Modells wird die Theodizeefrage als Thema der Sekundarstufe II inhaltlich diskutiert, im Blick auf eine didaktisch begründete Umsetzung unter den Lernvoraussetzungen von Schüler:innen analysiert und anhand von konkretem Unterrichtsmaterial theologiedidaktisch reflektiert.
Ziel des Seminars ist es, zu erkunden, zu reflektieren und selbst zu erproben, wie sich schulische Lernprozesse entlang der Theodizeefrage fachdidaktisch verantwortbar im Horizont von theologisch-fachwissenschaftlicher Diskussion und heutigen Schüler:innen gestalten lassen.
- Lehrende/r: Yannick Selke