Zu Lebzeiten verkannt, gilt Gottlob Frege innerhalb der akademischen Philosophie inzwischen als wahrhaft bedeutender Philosoph. So hat Frege nicht nur entscheidend zur Begründung der modernen Logik beigetragen, sondern er ist zudem Pionier der analytischen Philosophie. Im Seminar wollen wir uns mit einigen seiner wichtigsten sprachphilosophischen Schriften befassen, die längst zu Klassikern geworden sind und zugleich die Sprachphilosophie bis heute prägen. So werden wir uns insbesondere mit Freges Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung sprachlicher Ausdrücke sowie seiner Auffassung der Kompositionalität der Sprache als der Anwendung von Funktionen auf Argumente befassen. Zudem werden wir uns mit bestimmten Schwierigkeiten auseinandersetzen, die sich für Freges Sprachphilosophie ergeben, wie etwa dem sogenannten Paradox des Begriffes Pferd. Die Beschäftigung mit Freges Sprachphilosophie ist auch für Studienanfänger:innen sehr geeignet, da man durch sie eine profunde Einführung in die Sprachphilosophie erhält. Hiervon abgesehen kann man von Freges Präzision und Klarheit im Schreiben sowie Denken viel für das eigene philosophische Arbeiten lernen. Die Texte, mit denen wir uns befassen werden („Über Sinn und Bedeutung“, „Funktion und Begriff“ und „Über Begriff und Gegenstand“), finden sich in der von Mark Textor herausgegebenen Textsammlung „Funktion, Begriff, Bedeutung“, die darum zur Anschaffung empfohlen wird.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026