Das Hauptseminar nimmt die Jahrzehnte um 1450 als verdichtete Umbruchphase in den Blick, in der Konflikte und Integrationsprozesse (dynastische Rivalitäten, Reichs- und Stadtpolitik, kirchliche Ordnungsentwürfe) den Hintergrund für eine wachsende Verdichtung europäischer Verflechtungen bilden. Im Zentrum stehen zentrale Konflikt- und Kommunikationsräume (u. a. Frankreich/Burgund, Reich, Italien, Iberische Halbinsel, Osmanisches Reich und Mittelmeer) sowie die Frage, wie politische Entscheidungen durch Diplomatie, Verträge, fiskalische Ressourcen, Kredit- und Steuerregime, Kriegslogistik, Mobilität und Informationsflüsse strukturiert wurden. Anhand ausgewählter Fallstudien und der Arbeit an Quellen (Korrespondenzen, Rechnungen, normative Texte, Chroniken) untersuchen wir, wie Akteure Handlungsspielräume wahrnahmen, Gegenwart deuteten und Beziehungen stabilisierten oder eskalieren ließen. Ziel ist es, „Europa“ um 1450 nicht als festen Raum, sondern als Netzwerk von Beziehungen, Knotenpunkten und Asymmetrien zu analysieren – jenseits nationaler Meistererzählungen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein