Das Seminar fokussiert das reflektierte methodische Vorgehen bei der literaturhistorischen und diskursgeschichtlichen Kontextualisierung und (Re-)Interpretation von Ergebnissen semantischer Textanalysen. Der literarische Text wird vor diesem Hintergrund nicht als isolierter Einzeltext oder als bloße Repräsentation einer ästhetischen Tendenz verstanden, sondern fungiert auch als (inter-)diskursiver Beitrag zu literaturexternen Aushandlungsprozessen. Im Seminar werden erstens mit Bezug auf wissenssoziologische Ansätze sowohl theoretische als auch methodische Grundlagen geschaffen, um zweitens anhand entsprechender Analyse-Übungen grundlegende literaturwissenschaftliche Methoden zur Erschließung des literarischen Primärtextes zu vertiefen. Drittens werden die systematisch gewonnenen Textbeobachtungen (textuelle Propositionen) mit Bezug auf literaturexterne Diskurse (kulturelle Propositionen) verortet und anschlussfähig gemacht. Im Fokus steht dabei der Redegegenstand ‚Gelehrsamkeit‘ und dessen diskursive, geschlechtsspezifische Aushandlung im 18. Jahrhundert. Neben literarischen Texten werden also auch andere Textsorten einbezogen, die entsprechende ‚kulturelle Wissenselemente‘ zum Redegegenstand ‚Gelehrsamkeit‘ umfassen und die für eine skizzenhafte Rekonstruktion relevanter Diskurse maßgeblich sind. Teilnahmevoraussetzungen sind die Bereitschaft zur intensiven und umfangreichen (!) Lektüre und die eigenständige Arbeit in einer Gruppe. Weitere Informationen folgen in der ersten Sitzung.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein