Hörmedien sind ein fester Bestandteil kindlicher Medien- und Literaturlandschaften und spielen im Literaturunterricht der Grundschule eine zentrale Rolle. Das Seminar setzt sich mit der Frage auseinander, wie literarische Erfahrungen auch ohne Schriftlichkeit möglich sind und welche spezifischen Formen des Verstehens und Interpretierens das Hören eröffnet. Ausgehend von mediendidaktischen und literaturdidaktischen Perspektiven wird Hören als eigenständige Interpretationsleistung verstanden. Hörtexte werden nicht als vereinfachte Vorstufe des Lesens betrachtet, sondern als literarische Form mit eigenen ästhetischen Strukturen, Rezeptionsanforderungen und didaktischen Potenzialen. Im Seminar werden Hörmedien analysiert, diskutiert und in Bezug auf Prozesse literarischen Lernens eingeordnet. Neben der theoretischen Auseinandersetzung stehen produktive Anschlusspraktiken im Mittelpunkt. Die Studierenden entwickeln eigene Hörspiele und reflektieren diese sowohl unter gestalterischen als auch unter didaktischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, zukünftige Lehrkräfte dazu zu befähigen, Hörmedien im Literaturunterricht der Grundschule bewusst, begründet und lernwirksam einzusetzen. Das Seminar richtet sich an Studierende im Grundschullehramt in der Studieneingangsphase und verbindet grundlegende mediendidaktische Fragestellungen mit einer klaren Praxisorientierung.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No