In diesem Kurs untersuchen wir aktuelle Konflikte über religiöse Pluralität aus Perspektive der politischen Theorie. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, welcher Umgang mit religiösen Minderheiten angemessen ist. Während lange diskutiert wurde, was Toleranz gegenüber religiösen und kulturellen Gruppen bedeutet, wird aktuell kontrovers über „kulturelle und religiöse Aneignung“ diskutiert. Die Frage ist, ob es falsch ist, Symbole, Kleidung oder Kunst von anderen Gruppen zu übernehmen und ggf. zu verkaufen. Auf der einen Seite wird argumentiert, es handelt sich um Ausbeutung oder die Fortsetzung kultureller Beherrschung, dagegen wird vorgebracht, die Vorstellung klar voneinander abgrenzbaren „Kulturen“ sei vereinfacht. Aus politiktheoretischer Perspektive wird diskutiert, ob Staaten kulturelle und religiöse Aneignung rechtlich einschränken oder zumindest nicht fördern sollten.

Hinweis: Das Bachelorseminar findet in mehreren Sitzungen ohne digitale Hilfsmittel statt, wir arbeiten dann mit Stift und Papier und die Verwendung von Laptops, Tablets und Smartphones ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Bereitschaft zur genauen Lektüre primär englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.

 

Studienleistung:

- genaue Lektüre und Vorbereitung der Seminartexte

- regelmäßige und aktive Teilnahme

- Verfassen und präsentieren eines Thesenpapiers

 

Prüfungsleistung:

-          Hausarbeit

 

Literatur

Bardon, Aurélia, und Jennifer M. Page. 2025. Cultural Appropriation: Wrongs and Rights. 1 Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003018698. (Open Access)

Bucar, Liz. 2022. Stealing My Religion: Not Just Any Cultural Appropriation. Harvard University Press.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No