Die Debatte über Diskriminierung wird von zwei sich entgegengesetzten Tendenzen dominiert. Während die Liberalisierungswellen der letzten Jahrzehnte in den westlichen Ländern Kritik an diversen Formen der Diskriminierung gefördert hat, scheint derzeit mit der rechtspopulistischen Wende nicht nur die Rede von Diskriminierung diskreditiert zu werden, sondern wird diese gar offen und lustvoll angefeindet. Ist die Diskriminierungsforschung auf diesen Umstand vorbereitet? Es stellt sich auch die Frage, ob sie denn über ein differenziertes Konzept von Diskriminierung verfügt. Das Seminar vermittelt zuallererst einen Überblick über die empirische Forschung zur Diskriminierung: Wie wird die Diskriminierung konzeptualisiert, was wird als Diskriminierung gemessen? Wird zwischen der subjektiven Wahrnehmung einerseits und den materiellen Praktiken der Diskriminierung andererseits hinreichend unterschieden, warum soll eine solche Unterscheidung relevant sein? Dabei werden bestehende Studien zur Diskriminierung ihrerseits zum Gegenstand der kritischen Nachfrage gemacht, um die möglichen Kurzschlüsse und Unklarheiten herauszuarbeiten und folglich die Potenziale der Diskriminierungskritik besser zur Geltung zu bringen. Das Seminar erfordert eine aktive Teilnahme, die durch Vorbereitung und Ausführung eigener Forschung (im kleinen Umfange) erfolgt. Dabei werden Fragestellung, Begriffe, Untersuchungsmethode in Zusammenarbeit entwickelt und Ergebnisse gemeinsam diskutiert.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026