Seit 1979 gibt es das Lyriktreffen in Münster. Alle zwei Jahre wird Münster seitdem zum Zentrum der Gegenwartslyrik. Vier Tage lang treffen sich deutschsprachige und internationale Dichter:innen, ihre Übersetzer:innen, Stars der Szene und Neuentdeckte zu Lesungen, Vorträgen, Workshops und Gesprächen. Das diesjährige Lyriktreffen hat das Motto „Poesie und Sprechblase“. Die verdichtete Sprache der Poesie pflegt den Anspruch auf höchste Originalität und scheint denkbar weit von propagandistischem Sprechen entfernt. Doch sie hat in ihrem Spiel mit Klängen und Bildern mitunter durchaus etwas Beschwörungshaftes. Wie also ist eigentlich das Verhältnis von Poesie zu Propaganda, Floskel und Phrase? Das Lyriktreffen findet vom 03. bis 05. Juli statt. Das Seminar versteht sich als Satellitenprojekt: Zur Einführung werden wir die Entwicklung der Gegenwartslyrik seit den 1980er Jahren rekapitulieren, uns dann mit Texten von Lyriker:innen beschäftigen, die zum diesjährigen Treffen eingeladen sind (darunter Ursula Krechel, Monika Rinck und Kinga Tóth), und natürlich das Lyriktreffen gemeinsam besuchen (obligatorisch). Unser Seminar ist während des Lyriktreffens eingeladen, an einem neuen Format teilzunehmen: dem „Lesezimmer“, einem Workshop mit Autor*innen. Hier wird es die Gelegenheit bei intensiver gemeinsamer Lektüre geben, mit Autor:innen ins Gespräch zu kommen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein