Wikinger und Wikingerzeit sind allgegenwärtig – in Kinderserien, in Museen und Ausstellungen, in der Literatur. Offensichtlich erfüllen sie ein modernes Bedürfnis nach Abenteuer und Freiheit, je nach Lesart auch nach Naturnähe, Ursprünglichkeit und einer vermeintlich geordneten, ‚guten alten‘ Welt. Seit der (Wieder-)Entdeckung der Wikinger im 19. Jahrhundert schwingt dabei gerne auch eine latente Vorstellung von ethnischer Zugehörigkeit mit – Wikinger sind groß und blond, selbstverständlich weiß, nordisch, arisch? Das Seminar möchte diese Zuschreibungen in ihrer historischen Entwicklung zurückverfolgen, ihre Instrumentalisierung in modernen (rechts-)politischen Diskursen analysieren und ebenfalls einen Blick auf ihre oft unreflektierte Übernahme in vermeintlich unpolitischen Kontexten werfen. Woher kommt die Faszination für Wikinger nicht nur in der politischen Rechten? Was hat es mit vermeintlichen Wikingersymbolen wie dem Thorshammer, Valknut oder Ægishjálmur auf sich? Sind Wikinger eigentlich Germanen und was bedeutet das für heutige Deutsche oder Skandinavier*innen? Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem 19.-21. Jahrhundert, wobei wir immer wieder auch weiter in die Vergangenheit blicken werden, und geographisch auf Deutschland und Skandinavien. Herzlich Willkommen!
- Lehrende/r: Hannah-Marie von Legat