Menschen, die sich in Tiere verwandeln und Tiere, die zu Begleitern werden, begegnen in großer Zahl in der aktuellen Kinder und Jugendliteratur. Diese Motive werden oft genutzt, um über individuelle Identität, Gruppendynamiken und das Wesen des Menschlichen zu verhandeln. Das dafür genutzte Tierwissen speist sich teilweise aus moderner Biologie und Verhaltensforschung, zu einem vielleicht aber noch größerem Teil aus vormodernen Wissenstraditionen. Warum der Löwe mutig, die Schlange verschlagen und das Einhorn schwer zu fangen ist, werden wir im Seminar in diachronen Linien von antiken Quellen über mittelalterliche Werke bis in zeitgenössische Texte hinein erschließen. Der Schwerpunkt des Seminars wird dabei auf den vielschichtigen Verbindungen zwischen Menschen und anderen Tieren liegen.
- Lehrende/r: Rabea Kohnen