Zeitdiagnosen versuchen gesellschaftliche Strukturen und Prozesse zu beschreiben und soziale Gegenwarten zu deuten. Sowohl empirische Studienergebnisse als auch theoretische Entwürfe sollen dabei die 'eine' große Synthese formulieren, sind aber oft nur Momentaufnahmen, die mitunter recht aufgeregt ausfallen. In diesem Kurs geht es um die reflexive Erschließung der aktuell wieder aufgekommenen Diskussion um die ‚Rückkehr der Kritik in die Soziologie‘, das gesellschaftskritische Potenzial und die Bestimmung der Aufgabe soziologischer Zeitdiagnose und Theoriebildung. Dem Verhältnis von Theorie und Empirie sowie dem Potenzial und der Praxis der Gesellschaftskritik auf der einen sowie dem Anspruch nach gesellschaftskritischer Enthaltsamkeit auf der anderen Seite wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
- Lehrende/r: Stefanie Ernst