Das Seminar untersucht die Fabel als literarische Gattung vom 16. bis ins 18. Jahrhundert und verbindet gattungsgeschichtliche Perspektiven mit textnahen Analysen. Ausgehend von antiken Vorbildern wie Äsop wird untersucht, wie die Fabel in unterschiedlichen literaturhistorischen Kontexten rezipiert, transformiert und neu funktionalisiert wird. Im Zentrum stehen ausgewählte Texte u. a. von Martin Luther, Jean de La Fontaine und Gotthold Ephraim Lessing. Anhand dieser Beispiele werden zentrale Merkmale der Gattung, narrative Strukturen sowie Formen der

Moral- und Erkenntnisvermittlung analysiert. Ziel des Seminars ist es, ein Verständnis für die historische Wandelbarkeit literarischer Gattungen zu vermitteln und grundlegende Methoden der literaturwissenschaftlichen Textanalyse einzuüben. Die Auseinandersetzung mit der Fabel als schriftlich fixierter Textsorte eröffnet weiterhin exemplarische Einblicke in literarische Kommunikation und ermöglicht eine Reflexion literarischer Bildungszusammenhänge.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No