Als größte und zentral gelegene Insel im Mittelmeer lockte Sizilien mit seinem fruchtbaren Boden bereits in der Antike eine Vielzahl an Einwanderern an und barg zahlreiches Konfliktpotential: Griechen, Karthager und Römer stritten um Einfluss, die sizilischen Städte rangen miteinander um Vorherrschaft und die Einwohner der Städte um ihre politische Organisation. Der Getreidereichtum der Insel brachte Wohlstand und verschaffte Städten wie Syrakus die Gelegenheit, zur See- und Handelsmacht zu werden. Schließlich wurde Sizilien die erste römische Provinz und damit zum Schauplatz von Sklavenerhebungen, Raubzügen römischer Politiker und zur strategischen Bastion in den Bürgerkriegen der Römer. Auf Sizilien wird folglich eine enorme Bandbreite politisch-sozialer und ökonomischer Spannungen der Antike sichtbar. Das Proseminar nimmt die historischen Entwicklungen auf der Insel in den Blick, darunter an ausgewählten Beispielen Phänomene wie die sog. Griechische Kolonisation, das Ringen um die politische Organisation zwischen Demokratie und Tyrannis, antiken Seehandel und soziale Spannungen in römischer Zeit. Das Proseminar führt in die Grundwissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik, Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No