Französische Filme und Serien wie Intouchables, Lupin oder La famille Bélier sind als authentische und multimodale Texte unter Lernenden inner- sowie außerunterrichtlich besonders beliebt. Dieses Potential aufgreifend und verknüpfend mit der Aufgabe des Französischunterrichts, im Bereich des interkulturellen Lernens SchülerInnen für einen aufgeklärten Umgang mit gesellschaftlicher Heterogenität zu sensibilisieren, regt der dienliche Einsatz von zielsprachigen, inklusiven Filmen zum Perspektivwechsel sowie zur Wahrnehmung und zum Abbau von Stereotypen und Vorurteilen gegenüber dem ‚Anderssein‘ an. Das Seminar zeigt auf, wie dieses Anliegen mit Französischlernenden in fortgeführten Lernjahren anhand des Films Un p’tit truc en plus (2024) realisiert werden kann, der durch die Teilhabe solcher andersartigen Menschen die Heterogenitätsdimensionen unserer Gesellschaft darstellt und Toleranz sowie Enttabuisierung auf eine direkte und ehrliche Art unterstützt. So besteht das Ziel darin, neben der Förderung von Hör-Seh-Verstehen und der Text- und Medienkompetenz durch fokussierte analytische Schwerpunktsetzungen mit und am Filmmaterial Lernende zu interkultureller Handlungsfähigkeit durch das Kennenlernen, Gegenüberstellen und Reflektieren verschiedener Perspektiven auf und zu offenen Umgangsweisen mit Andersartigkeiten anzuleiten. Zu Beginn widmet sich das Seminar einer Einführung in Merkmale und Potentiale von Filmen bzw. inklusiven Filmen als Texte im Fremdsprachenunterricht sowie grundlegenden Konzepten und Begrifflichkeiten von Inklusion in Verbindung mit Fremdverstehen und der Übernahme sozialer Verantwortung. Daran schließen sich Sitzungen zum Umgang mit verschiedenen Heterogenitätsdimensionen und Lernvoraussetzungen an (gendersensibler Unterricht, sonderpädagogische Förderschwerpunkte, Umgang mit LRS sowie neurodivergenten Entwicklungsstörungen) und damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen sowie Möglichkeiten zur individuellen Diagnose und Förderung – auch im Rahmen multiprofessioneller Kooperationen. In Anlehnung an exemplarisch ausgewählte Szenen des genannten Films entwickeln Sie kooperativ ein Unterrichtsvorhaben, zu dem Sie einzelne Unterrichtseinheiten konzipieren, die im Rahmen von Referatssitzungen sukzessiv vorgestellt sowie – in Vorbereitung auf Nachbesprechungen des Referendariats – reflektiert und diskutiert werden. Im Verlauf des Semesters halten Sie somit ein Referat, welches in einer Ausarbeitung verschriftlicht und mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet wird. Anmeldung per CMS (oder, falls wegen fehlender Umschreibung noch nicht möglich, per Mail an sarah.sunke@uni-muenster.de)
- Lehrende/r: Sarah Sunke