„Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der ‚Ausnahmezustand‘, in dem wir leben, die Regel ist. Wir müssen zu einem Begriff der Geschichte kommen, der dem entspricht“ (Walter Benjamin). Walter Benjamin gilt als ein vielseitiger Denker, der mit seinen Analysen, Sujets und Prosatexten bis heute eine breite und mittlerweile nicht mehr zu überblickende Aufnahme in der sozial- wie kulturwissenschaftlichen Rezeption erfährt. Wir wollen hier in diesem Seminar entlang der Ka-tegorien Literatur und Ästhetik, Geschichte sowie Kultur- und Gesellschaftskritik soziologische Schlaglichter werfen auf einige seiner wichtigsten Studien und „Denkbilder“. Im Mittelpunkt soll der für Benjamins Denken so zentrale Begriff der Erfahrung stehen. In¬ter¬es-sie¬ren uns dabei insbesondere die geschichtlich vermittelten Umschlagsmomente der Erfah¬rung in Erfahrungs¬losig¬keit (Cor¬ne¬lia Wild), so wollen wir uns fragen, an welchen Orten innerhalb der sozialen Wirklichkeit sich jener Verlust an Erfahrung manifestiert. Fragen zum Scheinerwerb werden in der ersten Sitzung geklärt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026