Der vor allem durch Philipp Jakob Spener (1635–1705) geprägte lutherische Pietismus gelangt erst zum Durchbruch, als es 1689 in Leipzig zur Reform des Theologiestudiums kommt. Zentrum der Bewegung wird nun die 1692 neu gegründete Universität Halle/Saale, der Wirkungsort August Hermann Franckes (1663–1727) und seiner Mitstreiter. Der hallische Pietismus entwickelt eine Fülle z.T. weit über Europa hinausgreifender Aktivitäten (Theologenausbildung, Waisenhaus, Mission, Bibelanstalt). Seine Bußfrömmigkeit prägt eine ganze Theologengeneration. Der Konflikt mit der Aufklärung ist aber unvermeidlich (Vernunft und Offenbarung, Anthropologie) und endet nach Franckes Tod mit der Niederlage des hallischen Pietismus. Das Seminar ist an einen weiten Kreis von Interessierten gerichtet (Theologen, Historiker, Pädagogen, Philosophen, Studium im Alter etc.). Es arbeitet quellenbasiert und macht dabei immer wieder auch die regionalen Bezüge deutlich (Ausstrahlung des hallischen Pietismus insbesondere nach Westfalen). Sein Ziel ist die Vertiefung und Ausweitung historischer Kenntnisse sowie die Stärkung der persönlichen Urteilsfähigkeit.
- Lehrende/r: Christian Peters