Die Interaktion zwischen Wissenschaft und Politik – das sogenannte Science-Policy-Interface – stellt ein komplexes Spannungsfeld dar, in dem unterschiedliche Logiken, Erwartungen und Machtstrukturen aufeinandertreffen. Während theoretische Modelle das Verhältnis zwischen dezisionistischen (Politik bestimmt über Wissenschaft) und technokratischen (Wissenschaft bestimmt Politik) Polen verorten, bleibt die Frage, wie die beteiligten Akteur*innen selbst diese Beziehung wahrnehmen und gestalten. Dieses Seminar verknüpft die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Science-Policy-Interface mit der methodischen Kompetenz qualitativer Interviewforschung. Studierende erarbeiten sich zunächst theoretische Zugänge zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik (wissenschaftliche Politikberatung, Wissenschaftspolitik, epistokratische vs. dezisionistische Ansätze) und entwickeln auf dieser Grundlage eigene Forschungsprojekte zu den Perspektiven von Wissenschaftler*innen und Politiker*innen auf das Interface. Sie lernen, Erhebungsinstrumente zu entwickeln, Interviews durchzuführen, die gewonnenen Daten systematisch auszuwerten und ihre Ergebnisse in einem Forschungsbericht zu präsentieren und zu reflektieren. Leistungsanforderungen: • Regelmäßige aktive Mitarbeit im Seminar • Durchführung eines Forschungsprojekts in Gruppen • Zwischenpräsentationen zu den einzelnen Stufen des Forschungsprozesses • Abschlusspräsentation der Ergebnisse • Anfertigen eines Forschungsberichts über 8-10 Textseiten pro Person & individuelle Reflexion

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026