In diesem Bachelor-Seminar untersuchen wir zwei kontrastierende Modelle der Moralphilosophie Kants Ethik des allgemeinen Gesetzes und Simmels Konzept des individuellen Gesetzes. Ausgehend von einer analytischen Lektüre zentraler Textpassagen klären wir wie beide Denksysteme ihre moralischen Begriffe epistemologisch begründen wie sie Geltung erzeugen und welche Vorstellungen von Normativität und moralischem Wert sie voraussetzen. Dabei wird sichtbar dass Kant Moral aus formaler Vernunft ableitet während Simmel die individuelle Lebensgestalt als Quelle des Sollens versteht. Die Veranstaltung führt in die unterschiedlichen methodischen Zugänge beider Autoren ein und zeigt wie sich abstrakte Gesetzesethik und lebensprozessuale Ethik wechselseitig kritisieren und ergänzen. Studierende entwickeln so ein präzises Verständnis dafür wie Moral begründet werden kann allgemein oder individuell und wie diese Alternativen aktuelle ethische Debatten prägen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No