Im Schulunterricht ist das Mittelalter oft nur eine Randnotiz, in vielen Städten dagegen begegnen uns bis heute zahlreiche Spuren dieser Epoche. Doch wie lassen sich diese Überreste entschlüsseln und wie kann die Andersartigkeit des Mittelalters vermittelt werden? Dies gilt in besonderem Maß für den Bereich Religion, der uns in den aus diesen Jahrhunderten überdauernden „Kirchenlandschaften“ in unseren Städten entgegentritt. In der Gegenwart ist jedoch vielfach das Wissen darum verloren gegangen, wie vielfältig diese kirchlichen Institutionen waren, wie unterschiedlich zugänglich sie für verschiedene Gruppen sein konnten und wie stark sie nicht nur das geistliche Leben prägten, sondern auch auf das soziale, wirtschaftliche und rechtliche Miteinander in der Stadt Einfluss nahmen. Auch die Vehemenz religiöser Auseinandersetzungen und Konflikte in den Städten der Vormoderne ist heute nur noch vage präsent. Die Lehrveranstaltung, die parallel an den Universitäten in Münster und Regensburg – hier unter der Leitung von Prof. Dr. Jenny Oesterle – stattfindet, lädt dazu ein, das Mittelalter vor Ort in diesen beiden Städten zu erkunden. An beiden Standorten werden Studierendengruppen gebildet, die sich mit verschiedenen Themen rund um den Komplex Stadt und Religion in ihrer Stadt auseinandersetzen und eigenständig thematische Stadtführungen entwickeln. In einem zweiten Schritt besuchen sich die Gruppen gegenseitig und führen die jeweils andere Gruppe durch ihre Stadt. Ziel des Seminars ist also nicht nur, sich Wissen zur Stadt im Mittelalter zu erarbeiten. Es geht uns vor allem um die Schulung praktischer Kompetenzen im Bereich Geschichtsvermittlung: von der anschaulichen und adressatengerechten Konzeption von Führungen bis hin zur überzeugenden Durchführung, unterstützt u.a. durch Präsentationstipps von Profis und Stimmtraining. Zentral für die Veranstaltung sind die beiden Exkursionstermine: 1) Über Christi Himmelfahrt von Donnerstag, 14. Mai, bis Samstag, 16. Mai, fahren wir aus Münster nach Regensburg. Die gemeinsame Anreise erfolgt mit dem Zug (Gruppentickets sind bereits organisiert). Für die Übernachtung sind Betten in der Jugendherberge in Regensburg reserviert. Die Exkursion wird großzügig durch den Fachbereich Geschichte unterstützt, so dass der für Sie zu leistende Eigenanteil voraussichtlich unter 90 Euro liegen wird (bei Gesamtkosten pro Person von 190 Euro). Sollte für Sie eine Teilnahme an Seminar und Exkursion aus finanziellen Gründen nicht möglich sein, so sprechen Sie mich doch bitte an! 2) Der Gegenbesuch der Regensburger Gruppe ist für den 9. bis 11. Juli vorgesehen; an diesem Termin werden Ihre Referate stattfinden. 3) Zu deren Vorbereitung sind im Vorfeld drei Treffen geplant, die jeweils donnerstags abends zwischen 18 bis 20 Uhr stattfinden werden. Den Auftakt macht ein Treffen am 16. April via Zoom, in dem wir auch die Regensburger Gruppe kennenlernen werden. Die weiteren Termine innerhalb der Münsteraner Gruppe und in Präsenz werden noch bekannt gegeben.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein