Innerhalb der letzten Jahrzehnte haben sich einige Metadisziplinen entwickelt, die bestimmte Aspekte der Wissenschaften systematisch reflektieren und dabei die klassischen wissenschaftsphilosophischen Kernthemen und -methoden verlassen. Diese Entwicklung reagiert auf den Vorwurf, die traditionelle Wissenschaftstheorie blende wichtige Faktoren – etwa soziologische, historische, praktische oder ethische – systematisch aus, obwohl sie für ein angemessenes Verständnis wissenschaftlicher Praxis unverzichtbar sind. Im Seminar werden wir ausgewählte Texte dieser Metadisziplinen, etwa aus den sog. Science and Technology Studies, der historischen Epistemologie, der feministischen Wissenschaftsphilosophie sowie der Wissenschafts- und Forschungsethik diskutieren und im Hinblick auf die Frage nach ihrer Reichweite und ihrer Bedeutung für die klassische Wissenschaftsphilosophie reflektieren. Das Seminar findet an ausgewählten Freitagen in Doppelsitzungen statt. In einem ersten Schritt befassen wir uns jeweils mit grundlegenden Texten, anschließend vertiefen wir die Themen anhand von Recherchematerialien. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden von den Teilnehmenden mitbestimmt. Der Seminarplan mit Informationen zur Seminarliteratur und den Anforderungen zu Studien- und Prüfungsleistungen wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No