Suffizienz ist eine der drei Nachhaltigkeitsstrategien, die in der Regel unterschieden werden, um zu einem Zustand der „Nachhaltigkeit“ zu gelangen. Obwohl sie häufig vorrangig auf der individuellen Ebene verortet wird, etwa als Frage persönlicher Konsum- oder Lebensstilentscheidungen, muss Suffizienz zur vollen Wirkung auch als politische Strategie verstanden werden. Suffizienzpolitik rückt somit das „richtige Maß“ ins Zentrum politischer Gestaltung und stellt damit zentrale Annahmen über Wohlstand und Freiheit moderner Gesellschaften infrage: stetiges Wachstum, steigenden Konsum und die Erweiterung individueller Handlungsspielräume. Gleichzeitig gewinnt sie angesichts ökologischer Grenzen an Bedeutung und erscheint eine Notwendigkeit. Doch was bedeutet Suffizienz eigentlich genau? Welche Probleme und Lösungen umfasst sie? Welche Akteure sind relevant? Und welche Konfliktlinien prägen die Debatte? Das Seminar bietet eine politikfeldanalytisch orientierte Einführung in zentrale theoretische Zugänge der Policy-Analyse sowie deren Anwendung auf ausgewählte Politikfelder der Suffizienz, bspw. Mobilität, Ernährung und Wohnen. Nach Vermittlung einiger Grundlagen sollen die Studierenden in Kleingruppen eigene empirische Beispiele der Suffizienzpolitik in Kurzanalysen eigenständig erforschen. Die Ergebnisse werden vorgestellt und noch im Seminarkontext verbunden und vertiefend diskutiert. Dabei ist das Ziel des Seminars, Studierenden ein vertieftes Verständnis der politischen Dynamiken von Suffizienzpolitik zu vermitteln: ihrer Konflikte, ihrer Möglichkeiten – und ihrer Grenzen. Studienleistung: - Eigenständige Erarbeitung von Mini-Case-Studies zur Suffizienzpolitik und deren Präsentation im Seminar - Einbringen von zwei Diskussionsfragen im Laufe des ersten Seminarteils Prüfungsleistung: - Eigenständige Erarbeitung von Mini-Case-Studies zur Suffizienzpolitik und deren Präsentation im Seminar - Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit zu einem der Themen im Seminar. Eine Vertiefung der Mini-Case-Study ist hierbei absolut möglich
- Lehrende/r: Lars Erik Berker