Jugend wie auch Utopien gelten in der Utopieforschung als zentrale Quellen gesellschaftlicher Erneuerung. Beide werden traditionell mit Revolte und Revolution, mit der Auflehnung gegen das Alte und dem Aufbruch zu Neuem in Verbindung gebracht. In Zeiten der sogenannten Polykrise erscheint diese Verknüpfung jedoch zunehmend fragil. Der Klimawandel, globale Ungleichheiten und andere dystopische Zukunftserzählungen erzeugen Ängste in der jungen Generation und verdrängen oftmals utopische Vorstellungen einer besseren Zukunft. In der jüngeren Bildungsforschung wird daher verstärkt darauf hingearbeitet, Utopien einen größeren Stellenwert im schulischen Unterricht einzuräumen und Schüler*innen sogenannte Utopiekompetenz zu vermitteln (vgl. Ammerer et al. 2024). Im Seminar werden wir uns mit der Beziehung zwischen Utopie und Jugend auseinandersetzen und forschend der Frage nachgehen, wie Jugendliche heute in die Zukunft blicken: Welche Vorstellungen von Zukunft entwickeln sie? Welche Hoffnungen, Ängste und Handlungsmöglichkeiten verbinden sie damit? Und inwiefern können Schulen die Ausbildung von Zukunftskompetenz durch utopisches Denken gezielt fördern?

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026