Fragen der Migration sind in Deutschland als Einwanderungsland infolge seiner gesellschaftli-chen Diversität ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema. Aktuelle Debatten über postmigrantische Gesellschaften hinterfragen bestehende Konzepte von Migration und Integration fundamental. Als Reaktion auf Exkludierungen, mangelnde Repräsentanz diverser Bevölkerungsgruppen in Entscheidungsträgergremien sowie struktureller Ausgrenzungen rückt die kritisch-emanzipatorische Forderung nach einer Neudefinition des Gesellschaftsverständnisses in den Mittelpunkt. Postmigrantische Diskurse heben insbesondere städtische Räume als globale Knotenpunkte von Mobilität hervor. Diese Debatten liefern eine Vielzahl inhaltsbezogener Anregungen für die kommunalen Integrationspolitiken sowie die Stadtplanung und Quartiersentwicklung. Im Zuge dieser Auseinandersetzung plädiert eine postmigrantische Perspektive für eine Neuaushandlung gesellschaftlicher Selbstverständnisse mit dem Ziel, Integration als intersektional angelegtes Projekt aller gesellschaftlichen Akteure zu konzeptualisieren und somit nicht eben nicht nur an migrantische sondern an alle Bevölkerungsgruppen richtet.
- Lehrende/r: Petra Lütke