Im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen lässt sich eine zunehmende Bedeutung von Nahrungsmitteln beobachten, die durch regionale, saisonale und nachhaltige Konsummuster sowie die Popularisierung ethnisch und exotisch konnotierter Speisen gekennzeichnet sind. Diese Entwicklung reflektiert einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Essen und Ernährung in urbanen Räumen wahrgenommen und praktiziert werden. Aus einer kritisch-emanzipatorischen Perspektive der Food Geographies heraus betrachtet, können die Praktiken des Essens nicht nur als kulturelle, wirtschaftliche oder touristische Phänomene verstanden, sondern müssen vielmehr als sozialräumliche Ereignisse begriffen werden, die tiefgreifende Auswirkungen auf die urbane und regionale Transformation haben. Das geplante Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen urbanen und regionalen Transformationsprozessen und Ernährungsmustern zu untersuchen. Durch die Analyse dieser Dynamiken können wir tieferes Verständnis dafür gewinnen, wie Ernährungsmuster und Essenspraktiken zur (Re-)Produktion sozialer Räume und zur Konstruktion von Identitäten beitragen. Darüber hinaus kann unsere Forschung dazu beitragen, die politischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen von Ernährung und Essen in urbanen Kontexten zu beleuchten und mögliche Strategien für eine nachhaltigere und gerechtere Ernährungspolitik zu identifizieren.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No