Das Seminar widmet sich einer überaus produktiven Gattung der Literatur: der Aufzeichnung des eigenen Lebens in Autobiographie und Journal/diario. Die allgemeinen Überlegungen zur Gattung finden sich bei exemplarischen Vertretern wie dem Kirchenvater Augustinus in seinen Bekenntnissen, in der Erörterung der mittelalterlichen Lebensverschriftlichungen in der Heiligenlegende, der Hagiographie, in den Lebensberichten von Kaufleuten, den Familienbüchern, und in der Lebensbeschreibung in der Gattung der Künstlerbiographie, den Vite, wie sie z.B. Vasari im 16. Jahrhundert über die berühmtesten Malern und Bildhauern der italienischen Tradition verfasst hat. Wir werden diese Texte in Ausschnitten lesen, um allgemeine Kriterien und Modelle herauszustellen, das autobiographisches Schreiben strukturiert. Folgende Texte stehen im Zentrum des Seminars: Petrarcas kurze Selbstbeschreibung in dem Brief Posteritati (An die Nachwelt), die exaltierte und pathetische Künstlerbiographie von Benvenuto Cellini (1500-1571), die Vita – die Goethe übersetzt hat – und zwei Tagebücher des 20. Jahrhunderts, in denen bereits die Form auf eine differente Anschauung des Ich verweist: Il mestiere di vivere (Diario 1935-1950) von Cesare Pavese (1908 –1950) und La Biere du pecheur von Tommaso Landolfi (1908 –1979).

Die verbindliche Anmeldung zum Seminar findet in der ersten Sitzung statt (eine e-mail-Anmeldung ist nicht erforderlich).

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein