Am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert lassen sich verschiedene markante Wegmarken für die Kultur der klassischen Moderne konstatieren – eine davon ist ein Wandel in der erzählenden Literatur. Wie die zunehmende Abkehr von ‚realistischen‘ Erzählhaltungen einer (zumindest scheinbar) geordneten Weltordnung des langen 19. Jahrhunderts eine Wende nimmt, hin zu narrativen Formen der Auflösung, Desorientierung, der Subjektive (innerer Monolog), der Montage, des Essays, auch mittels zeitgenössischer (sozialpolitischer, ästhetischer, naturwissenschaftlicher, philosophischer, anthropologischer) Wissensdiskurse, wird Gegenstand unseres Seminars sein. Wir werden Erzählungen und Romane von Autorinnen und Autoren rund um 1900, u.a. von Schnitzler, Ebner-Eschenbach, Hofmannsthal, Reventlow, Döblin, Reuter, Heym, Frappan, Lasker-Schüler und Kafka lesen und untersuchen.
- Lehrende/r: Antonia Eder