Schon im alltäglichen Umgang machen wir häufig Alteritätserfahrungen und empfinden Äußerliches, Werte, Einstellungen u.a. an anderen Menschen als fremd. Wenn uns Unterschiede direkt auffallen, verleiten sie uns häufig zu Spekulationen darüber, wie unser Gegenüber vermutlich „tickt” bzw. wodurch und weshalb wir uns voneinander unterscheiden, und wir versuchen einzuschätzen, wo Potential für Missverständliches und Fettnäpfchen lauern könnte. Mit einigen unserer Annahmen und Vorurteile liegen wir falsch, andere critical incidents bleiben uns sogar verborgen. Interkulturelle Handlungskompetenz besteht daher nur zu einem gewissen Anteil darin, durch Wissen über andere Kulturen, durch Reisen, Fremdsprachenkenntnisse und allgemeine kommunikative Kompetenzen Irritationen im Miteinander vorzubeugen. Vielmehr geht es darum, mit dem sensibel und konstruktiv umzugehen, was mich aus den gewohnten Bahnen des Denkens, Fühlens und Handelns wirft, „was ich nicht als Bestandteil meines lebensweltlichen Kontextes anzueignen, zu integrieren vermag” (Bolten 32018:57). Verstärkt wird dies noch bei Auslandsaufenthalten, bei denen wir anstreben, mehr oder minder fremden Kulturen zu begegnen. Um im interkulturellen Dialog Handlungssicherheit zu erlangen, ist es nützlich, das eigene Vorwissen, Erfahrungen und Einstellungen zu reflektieren und empathisch und kooperativ nach Möglichkeiten zu suchen, wie Verständigung gelingen kann. Darüber hinaus werden wir uns in dieser Veranstaltung mit Bewältigungsstrategien und kommunikativen Werkzeugen befassen und diese in Übungssituationen ausprobieren.
Diese Veranstaltung richtet sich ganz besonders an auswärtige Studierende, die im Rahmen von ERASMUS+ oder anderen Austauschprogrammen in Münster studieren. 

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2026
ePortfolio: Nein