"Wie stark kann ein Herrscher sein Selbstverständnis und seine Herrscherwürde sichtbar machen und gleichzeitig so viel mediale Präsenz in der Nachwelt auf sich ziehen? Bei kaum einer anderen Gestalt dürfte wohl die Antwort auf Friedrich I. „Barbarossa“ (1122–1190) fallen. Sei es der legendäre Cappenberger Kopf, das „Unternehmen Barbarossa“ oder eine Ausstellung im LWL-Museum in Münster anlässlich seines 900. Geburtstages. Überall kommt Barbarossa vor. Aber wer war dieser Schwabenherzog, der 38 Jahre lang das Heilige Römische Reich regierte und in seiner Zeit im Nachklang des Investiturstreites und dem Übergang der Herrschaft von der Salier- auf die Staufer-Linie zahlreiche Konflikte ausfocht? Das Proseminar wird sich der Frage nach den Umständen dieser wechselvollen und konfliktreichen Zeit um die Person Friedrich I. Barbarossas stellen. Besonders sollen dabei die Konflikte mit den oberitalienischen Städten (allen voran Mailand mit der Zerstörung 1162), dem Konflikt um die rechte Ordnung in der Welt und das Verhältnis zum Papsttum und auch nach der italienischen Eskapade mit seinem gewaltigen Kontrahenten, Heinrich dem Löwen, behandelt werden. Das Seminar führt im propädeutischen Teil in die Techniken, Verfahrensweisen und Grundwissenschaften der Mediävistik ein. Diese Lehrveranstaltung erfordert das Präsentieren eines Referats sowie das Schreiben einer Abschlussklausur. Am Ende soll es durch das Verfassen einer Hausarbeit (10-12 Seiten) absolviert werden.
- Lehrende/r: Bastian Aljoscha Turowski