Missbrauch in der katholischen Kirche hat weltweit verschiedene Gesichter. Seit der MHG-Studie aus dem Jahr 2018, die für die deutschen Bistümer erstellt wurde, sind die systemischen Ursachen für sexualisierte Gewalt identifiziert und müssen theologisch bearbeitet werden. Im weiteren Fortgang der Diskussionen wurde deutlich, dass es neben der sexualisierten Gewalt auch Formen des geistlichen Missbrauchs gibt, die nicht selten damit verknüpft sind, aber auch als eigenständige Missbrauchsform zu identifizieren ist. Erste Studien zu konkreten geistlichen Gemeinschaften und Orden sind in der Vorbereitung.
Im Hauptseminar geht es in einem Dreischritt um die Identifikation von Formen des Missbrauchs, dessen Ursachen und den Abgleich mit der theologischen Analyse dieser Befunde. Dabei werden auch die staatlich-rechtlichen wie kirchenrechtlichen Hintergründe und Entwicklungen in jüngster Zeit zur Sprache kommen. Von daher wird aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema geschaut.
- Lehrende/r: Judith Könemann
- Lehrende/r: Thomas Schüller