Dieser mit 3 SWS dotierte Modulkurs in der Vertiefungsphase vermittelt wesentliche Kenntnisse und Kompetenzen für die Praxis des Philosophierens. Er richtet sich vor allem an Studierende, die eine Abschlussarbeit im Bereich der Philosophie oder verwandten Fächern anpeilen oder bereits begonnen haben.

Der Kurs fragt danach, was Philosophie ist bzw. wie Philosophie sich Ausdruck verschafft; was Menschen zu tun hatten und haben, um als Philosoph*innen zu gelten bzw. solche zu sein. Heutzutage wird eine solche Philosophie der Philosophie auch oft „meta-philosophy“ genannt.

Eine erste These dieses Kurses besteht darin, dass ich mich zum Philosophieren in „Denkräume“ hineinzubegeben habe, die ich zu erschließen und auszuloten habe. Das bedeutet, dass ich mich durch individuelle Reflexion ebenso wie durch die Sichtung anderer Positionen, oder konkreter formuliert: in der Diskussion mit anderen Personen zu behaupten habe. Dies kann auf vielfache Weise geschehen: mündlich, schriftlich, bildlich, analog, digital…

Eine zweite These besteht darin, dass ein solches lebendiges Bild von Philosophie bzw. Philosophieren, das nicht auf ein bestimmtes Medium festgelegt ist (also z.B. nicht auf ein dickes Buch oder einen erfolgreichen Aufsatz), auch ein differenzierteres und vielfältigeres Bild von Philosophiegeschichte, ihrer Erforschung und Rezeption möglich macht.

Nach einer ausführlichen methodologischen Grundlegung wird es in diesem Kurs um drei konkrete Anwendungen auf die nordwesteuropäische Philosophiegeschichte gehen, vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zurück ins Mittelalter: um die Konstellation von Hegel, Hölderlin und anderen in der frühen post-kantischen und frühromantischen Phase; um Anne Conway als Repräsentantin der Cambridge Platonists und Rezipientin der Kabbala im Kontext der „republic of letters“; um Anselm von Canterbury und die Stilisierung von Dialog und Briefwechsel.

Dieser dreistündige Modulkurs verbindet Vorlesungs- und Seminarelemente miteinander. Die gemeinsame und individuelle Arbeit an Texten und Positionen aus der Philosophiegeschichte sowie das Formulieren eigener systematischer Überzeugungen sind Bausteine dieser Lehrveranstaltung. Die Studierenden dürfen und sollen sich dabei mit ihren eigenen methodologischen und inhaltlichen Fragen und Schwerpunkten einbringen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2025