Das Reich Gottes stand im Zentrum jesuanischer Praxis. Und zugleich ist es innerkirchlich immer wieder in Vergessenheit geraten. Wann immer es jedoch in der Kirche zu einem christlichen Aufbruch kam, war dieser mit einer Wiederentdeckung des Horizonts der anbrechenden Gottes- und nicht Klerusherrschaft verbunden – so auch im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils. Denn in diesem Horizont erledigt sich nicht nur alle Ekklesiozentrik, vielmehr werden auch außerhalb der Kirchenmauern (z. B. bei Amnesty International oder Fridays for Future) Spuren des Reiches Gottes sichtbar, auf die mit Jesus reagiert werden kann: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes“ (Mk 12,34). Der Modulkurs macht sich im Praxisfeld der Münsteraner Stadtgesellschaft auf eine explorative Spurensuche, deren Ergebnisse im Diskursarchiv kritischer Wissenschaft theologisch diskursiviert werden.
- Lehrende/r: Christian Bauer