Diese Lehrveranstaltung ist Teil des IBET-Semesterschwerpunkts zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Antisemitismus/Antijudaismus. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet dabei die intensive Auseinandersetzung mit Person, Schriften und Theologie des Paulus von Tarsus. So banal die Feststellung, dass Paulus Zeit seines Lebens ein Jude war, klingen mag, so vielfältig und zum Teil heftig umstritten sind in der aktuellen neutestamentlichen Exegese die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Interpretation der von ihm erhaltenen Briefe: Wie verstand Paulus das Verhältnis zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Christusgläubigen? Welche bleibende Rolle wies er der Tora/„dem Gesetz“ zu? Was lässt sich über seine persönliche jüdische Lebenspraxis während seines missionarischen Wirkens sagen?

Die Teilnehmenden gewinnen einen Überblick der wichtigsten Positionen zur aktuellen Debatte rund um Paulus und das Judentum („New Perspective on Paul“, „Paul within Judaism“, u. a.) und lernen in detaillierter Auseinandersetzung mit ausgewählten Paulus-Texten und zeitgenössischen Quellen zum antiken Judentum sich zu zentralen Texten und Themen der paulinischen Theologie kritisch und kompetent zu positionieren und dabei insbesondere deren zum Teil problematische Auslegungs- und Rezeptionsgeschichte zu berücksichtigen.

Kenntnisse des neutestamentlichen Griechisch werden vorausgesetzt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2024/25