Der Pentateuch enthält drei größere Gesetzessammlungen: das sog. Bundesbuch, die deuteronomischen Gesetze sowie das Heiligkeitsgesetz, daneben eine ganze Reihe weiterer gesetzlicher Regelungen. Diese sind eingebettet in eine große Erzählung, sodass sich eine enge Korrespondenz zwischen Narration und gesetzlichen Forderungen ergibt.

Die bloße Ausformulierung schriftlicher Normen garantiert aber nicht deren Akzeptanz und Geltung. Erst im Laufe der Zeit kommt dem Pentateuch die Rolle einer normativen Grundlage zu, auf die man verweisen konnte. Beispielsweise findet sich in den Chronikbüchern öfter die sog. ‚Schriftkonformitätsklausel‘ „wie geschrieben steht in der Torah des Mose“.

Im Modulkurs verschaffen wir uns einen Überblick über die gesetzlichen Regelungen im Pentateuch, ihre Einbettung in altorientalische Rechtspraxis sowie die narrative Situierung. Wir beschäftigen uns dann damit, wie diese Fünf Bücher Mose zur Tora, zur Weisung schlechthin geworden sind und normative Geltung beanspruchen konnten. Wir schauen außerdem, wie diese Normativität im frühen Judentum und Christentum rezipiert wurde.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2024/25