Das Seminar beleuchtet die Besonderheiten und Funktionsweisen von Schrift und literarischer Kommunikation als Kulturtechnik aus mediävistischer Perspektive am Beispiel des Artusroman Iwein, den Hartmann von Aue um 1200 verfasst hat. Ein Schwerpunkt liegt auf der Handschriftenkultur des Mittelalters und Aspekten der Überlieferung, die ein Spezifikum der Erscheinungsform von Schrift bieten. Die Handschriften in ihrer Materialität sollen als Rezeptionszeugnisse betrachtet werden. Die Gattung Artusroman wird exemplarisch anhand des Iwein vorgestellt. Unter anderem werden wir die Konzeption von Autorschaft und Erzählerfigurationen in den Blick nehmen, um ein historisches Verständnis von Schreiben und literarischer Kommunikation zu erarbeiten. Schließlich soll die Aneignung in der Rezeption in einem weiteren Kontext erschlossen werden, indem wir erhaltene Iwein-Fresken und Artefakte untersuchen. Dabei gilt es stets zu reflektieren, wie die besprochenen Materialien und die gewonnenen Erkenntnisse in der Grundschule eingesetzt werden können. Der mittelhochdeutsche Text liegt in neuhochdeutschen Übersetzungen vor.

  • Hartmann von Aue: Iwein. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Hrsg. u. übers. von Rüdiger Krohn. Komm. von Mireille Schnyder. Durchges. Ausg. Stuttgart: Reclam 2012 (Reclams Universal-Bibliothek, 19011).
Semester: WiSe 2024/25
ePortfolio: Nein