Die Konstruktion der Lehrveranstaltung ist an der Modulbeschreibung des Magister Theologiae 2022 ausgerichtet. Die Module des MEd. sind an dieses Studienprogramm angeglichen. Die „Lernergebnisse” der Modulbeschreibung des fachwissenschaftlichen Vertiefungsmoduls 9 sind für die Abstimmung der Lehre mit den Prüfungen im Sinn des constructive alignment weitgehend operationalisierbar. Die Lehrziele deuten auf einen Kompetenzerwerb bis höheren Ebenen der Bloomschen Taxonomie(n). Lehrziele vom Typ „kreative Lösung gegenwärtiger Probleme” dürfen nach dem Modulhandbuch nicht geprüft und sollen deswegen auch in der Lehre nicht geübt werden. Im siebten Lernergebnis sind dort Kompetenzen auf der dritten Ebene angedeutet, wobei „sich erschließen können” keine Überprüfungsmöglichkeit der Kompetenz andeutet. Im Interesse der Modulbeschreibung sind nicht nur Wissenselemente von Anwendungsbeispielen aus der Lehrveranstaltung, sondern eigenständiges Anwenden und Beurteilen über die erlernten Wissensbestände hinaus angestrebt.

Da die Studierenden zwischen Klausur, mündlicher Prüfung und dem sogenannten Portfolio bzw. diesem ähnlichen Prüfungsmodalitäten wählen können sollen und diese Lehrveranstaltung im Rahmen einer Prüfungs  oder einer Studienleistung verbucht werden kann, steht jeder Ansatz eines constructive alignment vor großen Herausforderungen. Die Kompetenz mündlich gestellte Fragen zum Prüfungsstoff ad hoc innerhalb weniger Minuten beantworten zu können unterscheidet sich erheblich von der Kompetenz zur Abfassung einer Serie von Kurztexten (Portfolio). Im Vergleich zu einer Klausur könnten in einer mündlichen Prüfung Kandidatinnen und Kandidaten ihnen unbekannte Textpassagen oder andere Daten, an denen sie beispielhaft über das Repetieren von in einer Vorlesung präsentiertem Material hinausgehend ihre Kompetenzen zu Anwendung, Analyse und Bewertung zeigen sollen, nicht wahrnehmen. Die Prüfungsform „thesenbasiertes Prüfungsgespräch” ist im gegenwärtigen Anwendungsfall grundsätzlich ausgeschlossen. Studierende, die sich für diese Prüfungsform entscheiden wollten, können die Kompetenzen für diese Prüfungsform in der Lehrveranstaltung nicht einüben. Die kreative Problemlösung oder eigenständige Erstellung von Thesen spielt keine Rolle in der Modulbeschreibung. Außerdem erfordert kreative Problemlösung umfangreiche Übungsmöglichkeiten ohne Prüfungsdruck. Veranstaltungsform, Workload und Einbindung in das gesamte Studienprogramm schließen entweder extensives Üben oder die Bearbeitung eines inhaltlich breiten Themenspektrums aus. Beim Workload der im Modulhandbuch sogenannten „Schwerpunkt”-Modulabschlussprüfung sind die „Lernergebnisse”/Lehrziele des Moduls auf keinen Fall zu erreichen. Für diese Prüfungsform ist das Modulhandbuch nicht operationalisierbar und daher mangelhaft.

Die Lerngruppe ist heterogen, weil Studierende nach Qualität und Quantität unterschiedliche teilweise mit den Modulzielen nicht zu vereinbarende Prüfungsszenarien wählen. Obwohl die Prüfungsordnung das theoretisch ausschließt, studieren Mitglieder der Lerngruppen darüber hinaus das fachwissenschaftliche Vertiefungsmodul 9 und das fachwissenschaftliche Aufbaumodul 4 de facto (nämlich in der konkreten Praxis) im selben Semester. Eine Lehrplanung, die auf Vorkenntnisse aus der Aufbauphase zurückgreifen möchte, ist aus diesem ersten Grund unmöglich. Durch die sogenannte Schwerpunktsetzung werden die Studierenden dazu angehalten, zu wählen, welches der beiden Module sie etwas aufwändiger und welches sie auf ca. 10% reduziert studieren wollen. Die Planung eines allgemeinen Lernfortschritts zwischen den beiden Modulen ist aus diesem zweiten Grund ebenfalls unmöglich.

Die Einheiten der Lehrveranstaltung und die sie begleitenden Maßnahmen sind daher so geplant, dass sie (pro Einheit) möglichst kohärent und in sich abgeschlossen sind und möglichst wenige Kompetenzen aus der Aufbauphase voraussetzen. Außerdem ist das constructive alignment im Fall der Portfoliotexte insofern reduziert, als nur 8 von 10 angebotenen Texten (orientiert an der maximal einzufordernden Zeichenzahl. incl. Leerzeichen) eingereicht werden müssen. Die Detailplanung wird allerdings den Studierenden vor Semesterbeginn zugänglich gemacht, sodass sie die Möglichkeit haben, ihrem Prüfungsmodus gemäß irrelevante Lehreinheiten nicht zu besuchen.

Was die konkrete Organisation der Lehreinheiten betrifft, sind die Studierenden aufgefordert, im Sinn des flipped classroom vor der jeweiligen Lehreinheit grundlegende Kenntnisse zu erwerben. Sie sollen sich mit Texten und Fragen vertraut machen. In den Kontakteinheiten der Lehrveranstaltung arbeiten sie auf dieser Basis zur Ergebnissicherung und zur Übung von Anwendung und Bewertung weiter. Im direkten persönlichen Austausch üben sie den Einsatz ihrer Kenntnisse für etwaige mündlichen Prüfungen. Das gesamte Material, das vor den Lehreinheiten zu studieren ist, steht für die gesamte Lehrveranstaltung vor deren Beginn in Learnweb bereit.

Das Modulhandbuch bekräftigt, dass die Teilnahme an den Einheiten der Lehrveranstaltung und/oder die aktive Mitarbeit nicht verpflichtend sind. Die Einheiten der Lehrveranstaltung werden nicht aufgezeichnet oder dokumentiert und über etwaige Aktivität innerhalb der Lehrveranstaltung wird nicht Buch geführt. Es werden keine Bestätigungen über eine Teilnahme ausgestellt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2024/25