In der gegenwärtigen Philosophie wie im allgemeinen Zeitgeist ist eine naturalistisch-szientistische Weltsicht weit verbreitet: Alles ist Natur, und die Naturwissenschaften stellen den einzigen Weg zur Wahrheit dar. Die erstpersonale Perspektive eines Menschen ebenso wie seine Freiheit und Verantwortung können in einem solchen Naturalismus nicht verstanden, sie können nur reduktiv wegerklärt werden.

Demgegenüber argumentiert diese Lehrveranstaltung für eine „Metaphysik der Subjektivität“. Damit ist zweierlei gemeint: Zum einen gilt es, sich über die phänomenale Eigenart und die besondere epistemische wie praktische Leistung menschlicher Subjektivität zu verständigen. Darin besteht der erste und entscheidende argumentative Zug gegen den Naturalismus. Zum anderen erlegt man sich selbst damit eine aus dem ersten Zug folgende argumentative Verpflichtung auf: eine Struktur der Welt zu denken, in der Subjekte einen Platz haben.

Beiden elementaren Teilen einer „Metaphysik der Subjektivität“ widmet sich diese Lehrveranstaltung im Lauf des Semesters. Dazu wird auf Ansätze aus der sogenannten klassischen deutschen Philosophie (Kant, Hegel) zurückgegriffen, um sie zu einer systematisch überzeugenden Position für heute zu vergegenwärtigen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2024