Den Menschen als Beziehungswesen zu sehen, schlüsselt viele theologische Kernthemen auf - etwa Schöpfung, Sünde&Vergebung, Liebe&Sexualität, die Frage nach Gott oder Liturgie. Insofern ist die Auseinandersetzung mit diesem Ansatz theologischer Anthropologie für den Religionsunterricht sehr wichtig. Dabei zeigt sich, dass die höchst virulenten Fragen nach der kirchlichen Lehre im Bereich von Sexualität und geschlechtlicher Identität auf fundamentale theologische Fragen zurück gehen, die nicht nur mit irgendwelchen "Inhalten" des Religionsunterichts zu tun haben, sondern mit den Beziehungen, die im Religionsunterricht gelebt werden und mit dem Blick auf unsere eigenen Erfahrungen und Überzeugungen.

Seminar und Peer-Learning legen den Schwerpunkt auf die theologische und persönliche Auseinandersetzung mit dem (uns!) Menschen als Beziehungwesen bis hin zu aktuellen Streitfragen im Kontext kirchlicher Morallehre. Von einem aktuellen Verständnis religiöser Lernprozesse ausgehend wird überlegt, welche Konsequenzen sich für einen glaubwürdigen Religionsunterricht und glaubwürdige Religionslehrer*innen ergeben.

Die Peer-Learning-Projekte (im Umfang von 2 SWS) sind in hohem Maße praxis- und zukunftsorientiert; in ihnen widmen sich Gruppen von i.d.R. drei Studierenden der Planung von Lernsettings und -materialien.

In diesem Fachdidaktischen Modul geht es um den Erwerb grundlegender Kenntnisse und Kompetenzen bezüglich der Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht auf der Grundlage einer vertieften Auseinandersetzung mit den elementaren Begriffen und Prinzipien aus der religionsdidaktischen Einführungsvorlesung. Ein besonderer Schwerpunkt wird in diesem Projekt-Seminar auf Inklusion liegen. Damit werden die Grundlagen für die Peer-Learning-Projekte gelegt, die selbstständig durchgeführt, aber aus dem Seminar heraus organisiert und begleitet werden. Evtl. ist auch eine Erprobung in der Schule möglich. Das Modul stellt einen wichtigen Baustein auf dem Weg zum Forschenden Lernen im Praxissemester dar.

Die Ergebnisse des Peer-Learnings werden an einem Kolloquiumstag (Termine siehe "Abschluss-Kolloquium zum Fachdidaktischen Peer-Learning-Modul von G. Hunze") vorgestellt und diskutiert.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2023