Wenn Straßen umbenannt, Ausstellungen geplant, oder Quellenbestände digitalisiert werden sollen, ist immer häufiger der Ruf nach Beteiligung von Akteuren aus der Bevölkerung zu vernehmen. Dieser „participatory turn” (Piontek 2017, 14) führt uns vor Augen, dass Geschichtskultur aktuell wohl weniger denn je ausschließlich als Domäne ausgebildeter Professionals verstanden werden kann, sondern vielmehr von heterogenen Akteuren mit ihrer je eigenen Expertise geprägt wird. Im Hauptseminar sollen deshalb in einem ersten Schritt theoretische Zugriffe auf die Kategorie „Geschichtskultur” erarbeitet werden, um sich in einem zweiten Schritt exemplarischer Analysen aktueller geschichtskultureller Praktiken zu widmen. Im Mittelpunkt soll dabei die Frage nach den heuristischen Potentialen einer akteurszentrierten Perspektive auf Geschichtskultur stehen. In einem dritten Schritt wird nach pragmatischen Konsequenzen für das historische Lernen in und mit Geschichtskultur gefragt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2023
ePortfolio: Nein