Das Seminar verfolgt das Ziel, ein breites Spektrum philosophischer Zugänge an das Medium Fotografie anhand ausgewählter Texte darzustellen. Angefangen bei der Frage nach dem ontologischen Status des fotografischen Bildes als eines „Abbildes“ des Realen, über die Semiotik der Fotografie als „Spur“ und „Index“, das Verhältnis zur Kunst und den kunstphilosophischen Rekurs auf den Begriff der „Aura“, bis hin zur ideenhistorischen Dimension, in der selbst beiläufig aufgenommene digitale Fotos als bedeutende Verweise und Metaphern „gelesen“ werden können, bekommen die Studierenden die Gelegenheit, mit ihrem erworbenen philosophischen Instrumentarium an das ästhetisch-mediale Phänomen heranzutreten.

Besprochen werden sowohl Texte von Autoren wie Roland Barthes, Walter Benjamin, Susan Sontag oder Vilém Flusser, die zum fototheoretischen Kanon gehören, als auch diejenigen Positionen, die insbesondere aus kulturphilosophischer Perspektive neue Impulse für eine kritische Reflexion liefern können – so etwa die letzte Schrift des französischen Philosophen Jean Baudrillard von 2007 „Warum ist nicht alles schon verschwunden?“, in der der Autor explizit auf den Übergang von analoger auf die digitale Bildtechnologie Bezug nimmt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WiSe 2021/22