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Zwar ist Erziehung so alt wie die Menschheit (Kant: der Mensch ist nichts, als was Erziehung aus ihm macht), doch der Beruf des bestallten Lehrers bzw. des öffentlichen Unterrichts. wird erst in komplex strukturierten und staatlich organisierten Gesellschaften ausgeübt.
Dieser Unterricht stand im Unterschied zur spezialisierten handwerklichen oder beruflichen Lehre von Anfang an im Horizont des Allgemeinen und wurde daher von den Philosophen erteilt, die in einer Welt geringer wissenschaftlicher Ausdifferenzierung das gesamte zur Verfügung stehende Wissen an die nachfolgende Generation weitergaben. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde dieses philosophische Erbe in den Lehramtsstudiengängen bewahrt, dann aber zu Gunsten von spezialisierter Ausbildung ausgemustert.
In dieser Vorlesung wird der allmählich Bedeutungsverlust des Philosophischen in der Lehrerbildung historisch rekonstruiert und zugleich auf die Notwendigkeit pädagogischer Selbstreflexivität hingewiesen, die sich von der moralischen Frage genau so wenig lösen kann wie von der erkenntnistheoretischen.
- Lehrende/r: Sebastian Gräber
- Lehrende/r: Leon Lorenz
- Lehrende/r: David Püth
- Lehrende/r: Ursula Reitemeyer-Witt